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Regeländerungen zur Saison 09/10 und auslegungen
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Beitrag Re: Regeländerungen zur Saison 09/10 und auslegungen Di 01.09.2009, 10:18

Nachdem heute die aktuellen Regeländerungen für die deutschen Ligen offiziell veröffentlich wurden möchte ich euch diese natürlich auch nicht vorenthalten. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen.

Das neue Wechselverfahren
1) Grundidee:

Die Wechsel sollen „schnell“ ausgeführt werden, die bisherige lange Prozedur soll zur Steigerung der Attraktivität des Spiels verkürzt werden.

Dabei soll den Mannschaften geholfen werden, das Verfahren eher großzügig gehandhabt werden – insbesondere, was das Sanktionieren bei „Nichtbereitstehen“ von Einwechsel-spielern betrifft.
2) Beschreibung (verbindlich für den DVV-Bereich):

Will eine Mannschaft einen Wechsel durchführen, kann der Trainer dies beantragen. Er muss es aber nicht tun und kann auch einfach den/die Wechselspieler in die Wechselzone schicken.

Wenn ein Trainer das Handzeichen für „Wechsel“ macht, reagieren weder Schreiber noch 2. Schiedsrichter darauf. Erst das Betreten der Wechselzone durch den/die Wechselspieler (gegebenenfalls mit Nummerntafel) stellt den Wechselantrag dar und ruft eine Reaktion hervor: Der 2. Schiedsrichter pfeift und bestätigt damit den Antrag. In keinem Fall nimmt der Schreiber einen Wechselantrag entgegen.

Der weitere Ablauf ist wie bisher, mit dem Unterschied, dass der 2. Schiedsrichter sich nicht mehr zum Schnittpunkt von Seiten- und Angriffslinie begibt, sondern eine Position zwischen Pfosten und dem Schreiber bezieht: Er hat Blickkontakt zum Schreiber, der eine Hand hebt, und genehmigt den Wechsel (durch Kreuzen der Arme vor der Brust). Der Schreiber vervollständigt seine Eintragungen im Spielberichtsbogen und hebt dann beide Hände.

Bei einem Mehrfachwechsel sollen alle Wechselspieler in die Wechselzone gehen. (das ist der „Mehrfachwechselantrag“.) Der 2. Schiedsrichter weist dann die Wechselspieler außer dem „ersten“ wieder etwas aus der Wechselzone zurück und dirigiert den Wechsel wie gewohnt.
Zusatzbemerkungen:

Dass der Trainer nur noch den/die Wechselspieler in die Wechselzone schickt (ohne eigenes Handzeichen), sollte der „Standard“ werden. In speziellen Fällen wie z.B. einer Verletzung soll der Trainer jedoch nach wie vor den Wechselantrag per Handzeichen stellen können, und die Schiedsrichter sollen dann selbstverständlich auf den Antrag des Trainers reagieren.

Der 1. Schiedsrichter macht wie bisher das Handzeichen für den Wechsel, der 2. Schieds-richter nicht mehr.

Im Gegensatz zur bisherigen Regelung darf (und soll) der 2. Schiedsrichter jetzt Wechsel-anträge zurückweisen, wenn nicht die notwendigen Voraussetzungen für die Durchführung vorliegen. Entsteht dabei keine Verzögerung, gibt es auch keine Sanktionen. Wenn aller-dings eine Verzögerung entsteht, so spricht der 1. Schiedsrichter eine Verwarnungs-Sanktion aus. (Die Zurückweisung geschieht auch hier durch den 2. Schiedsrichter.)
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3) Zurückweisungen: Beispiele
a)
Während oder unmittelbar nach dem Anpfiff des 1. Schiedsrichters erscheint ein Wechselspieler in der Wechselzone. Reaktion: Der 2. Schiedsrichter weist den Spieler zurück, der Spielzug wird nicht unterbrochen, und es erfolgt keine Sanktion (obwohl streng genommen ein unberechtigter Antrag vorliegt).
b)
Variante von Fall a): Während gerade ein Wechsel korrekt durchgeführt wird oder auch unmittelbar danach läuft ein zweiter Wechselspieler (derselben Mannschaft) in Richtung Wechselzone oder in die Wechselzone hinein. Reaktion: Dieser Spieler wird vom 2. Schiedsrichter folgenlos zurückgewiesen. (Es entsteht keine wirkliche zusätzliche Verzögerung.)
c)
Der 2. Schiedsrichter hat einen Wechselantrag bestätigt. Danach stellt sich heraus, dass der Wechselspieler eine falsche Nummerntafel hat. Reaktion: Der 2. Schiedsrichter weist den Wechselantrag zurück, der 1. Schiedsrichter sanktioniert wegen Verzögerung.
4) Zu den Regeln 15.2.1 und 15.11.1.3
Die Formulierung dieser (z.T. unveränderten) Regeln ist sehr unglücklich und drückt nicht aus, was eigentlich gewollt ist: Anträge auf normale Spielunterbrechungen sind nur in Unter-brechungen (definiert in Regel 15) möglich (Ausnahme: Wechsel bei Verletzung).
Beispiel: Der Schiedsrichter pfeift einen Spielzug ab, weil ein Ball ins Spiel rollt. Die Zeit zwischen dem Abpfiff und dem erneuten Anpfiff ist keine Unterbrechung. In dieser Zeit sind keine Anträge auf Auszeiten oder Wechsel möglich.
C) Einige weitere Festlegungen und Erläuterungen

Spielt eine Mannschaft mit einem Spielertrainer und befindet sich dieser auf dem Feld, so müssen Anträge auf Auszeiten oder Wechsel durch den Kapitän erfolgen (außer der Assistenztrainer hat die Trainerfunktion übernommen).

Soll der spielende Libero durch den Ersatz-Libero ersetzt werden, so hat der Trainer dies dem 2. Schiedsrichter mitzuteilen. (der spielende Libero muss gegebenenfalls das Feld verlassen haben.) Der 2. Schiedsrichter stellt sicher, dass der Tausch vom Schreiber unter „Bemerkungen“ eingetragen wird.

Das bisherige Prinzip, dass der 2. Schiedsrichter sämtliche Netzfehler auf der „Blockseite“ pfeift, gilt nach wie vor. D.h.: Berührt der Block das weiße Band an der Netzoberkante, so pfeift dies der 2. Schiedsrichter.

Die Berührung des weißen Bandes an der Netzoberkante außerhalb der Antenne ist kein Fehler.

Beispiele für nicht erlaubte Vorteilsnahme durch das Netz:
o
Absichtliches Herunterziehen des Netzes,
o
Benutzen des Netzes zum Spielen des Balles,
o
Spieler fasst „hinter das Netz“ in den gegnerischen Raum und spielt den Ball von dort unter Berührung des Netzes zurück.
Erlaubt dagegen ist z.B., dass der Zuspieler beim Stellen – „beliebig deutlich“ – das Netz unterhalb des weißen Bandes berührt.
DEUTSCHER VOLLEYBALL-VERBAND E.V.
Bundesschiedsrichterausschuss
Prof. Dr. Fred Kröger
Regelinformation
Stand: 27.08.2009
In der bevorstehenden Spielzeit wird im Spielverkehr des DVV (ebenso wie in der CEV) eine Änderung des 2008 neu gefassten Regelwerks testweise angewendet.
Die Änderung betrifft die Einsatzmöglichkeiten von zwei Liberos: Spielt eine Mannschaft mit zwei Liberos, so gilt in Abänderung des in der 44. Auflage des Regelbuchs dargelegten (und in meiner Regelinformation vom 07.06.2009 erläuterten) Regeltextes Folgendes:
1.
Beide Liberos müssen ein Trikot gleicher Art (mit verschiedenen Nummern) tragen.
2.
Wird bei einer Austausch-Aktion ein Libero (für einen „normalen“ Hinterspieler) eingetauscht, so darf die Mannschaft jedes Mal frei wählen, welcher der beiden Liberos dabei auf das Feld kommt. (Es darf noch kein Libero auf dem Feld sein. Beim „Rück-tausch“ kommt der ausgetauschte „normale“ Spieler auf die betreffende Position zurück.)
3.
Darüber hinaus kann für einen auf dem Feld befindlichen Libero auch der andere Libero direkt auf das Feld kommen. Diese Aktion heißt (Libero-) Ersetzung.
4.
Zwischen zwei Aktionen, bei denen ein Austausch oder eine Ersetzung vorgenommen wird, muss ein vollendeter Spielzug liegen (außer bei Verletzung/Krankheit oder bei einer durch eine Bestrafung verursachten Rotation). Die weiteren Bedingungen für Austausch-aktionen der Regel 19.3.2 gelten für Ersetzungen analog.
5.
Bei einer Neubenennung wird ein „normaler“ Spieler für den Rest des Spiels als neuer Libero (statt der beiden bisherigen) benannt (gemäß dem zweiten Teil von Regel 19.3.3.1). Eine Neubenennung ist nur erlaubt, wenn beide ursprünglichen Liberos verletzt/krank sind oder wenn einer von ihnen verletzt/krank und der andere disquali-fiziert ist. In allen anderen Fällen von Verletzung, Krankheit, Hinausstellung oder Disqualifikation eines oder beider Liberos muss die Mannschaft das Spiel (für die Dauer der Verletzung, Krankheit oder Sanktion) mit einem bzw. keinem Libero fortsetzen.
6.
Verletzte/kranke Liberos dürfen in das Spiel zurückkehren, solange keine Neubenennung vorgenommen wurde. Nach einer Neubenennung darf keiner der ursprünglichen Liberos in das Spiel zurückkehren.
Man beachte: Spielt eine Mannschaft mit nur einem Libero, so ändert sich nichts gegenüber dem bisherigen Regelwerk.
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Pais
Moderator
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Beitrag Regeländerungen zur Saison 09/10 und auslegungen Di 02.06.2009, 11:24

Wie ihr vielleicht wisst - oder auch nicht, gibt es einige relativ gravierende Regeländerungen zur nächsten Saison. Auf meiner Suche nach einem B-Lehrgang, habe ich auch die Auslegungen gefunden wie sie in Bayern wohl gelten:

Link

Hier alles was dort steht:
Netzberührung (mehr ...)
Die Berührung des Netzes durch einen Spieler ist erlaubt, wenn er das Spiel damit nicht beeinflusst.

Dies schliesst explizit (wie bisher) Pfosten, Spannseile und (NEU!!) das Netz ausserhalb der Antennen mit ein. Wann eine Beeinflussung des Spiels vorliegt, ist explizit in Regel 11.4.4 beschrieben. Besonders zu nennen sind die Berührung des weissen oberen Bandes und die Situationen der Vorteilsnahme oder der Behinderung des Gegners durch die Netzberührung.
Die Berührung des Netzes ist somit nur noch dann ein Fehler (ausser bei deutlichen Fällen der Vorteilserlangung), wenn das obere Band berührt wird und dies bei einer Spielaktion geschieht. Letztere Einschränkung war schon bisher vorhanden und kann (bis auf weiteres) wie bisher beurteilt werden.
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Einsatz von zwei Liberos (mehr ...)
Jede Mannschaft hat das Recht, aus ihrer Spielerliste bis zu zwei (2) spezialisierte Defensivspieler, Liberos, zu benennen.

ACHTUNG:
Das bedeutet NICHT, dass zwei Liberos spielen dürfen, NICHT gleichtzeitig und auch NICHT abwechselnd. Es bedeutet vielmehr, dass der Trainer einen spielenden und einen Ersatz-Libero benennen kann. Es darf immer nur der spielende Libero zu Einsatz kommen, der Ersatz-Libero ist in Wartestellung.
Der Trainer hat das Recht, den spielenden Libero aus jedem beliebigen Grund durch den Ersatz-Libero zu ersetzen, aber nur einmal im Spiel, und erst nachdem der Austauschspieler auf das Spielfeld zurückgekehrt ist. Dieser Tausch muss unter „Bemerkungen“ im Spielberichtsbogen eingetragen werden. Der ursprüngliche Libero darf nicht wieder in das Spiel zurückkehren. Im Falle der Verletzung oder Krankheit des Ersatz-Liberos wird verfahren wie bisher mit nur einem Libero. Genauso natürlich, wenn nur ein Libero im Spielberichtsbogen eingetragen wird.

Ob diese Regelung dazu führt, dass es 14 Spieler geben wird, ist NICHT klar. Und wenn ja, dann ist NICHT klar, ob in allen Spielklassen. Die Liberos müssen aber in jedem Fall in der Mannschaftsliste stehen und sind keine zusätzlichen Spieler (wie bisher der einzelne Libero). Hier abwarten und auf weitere Veröffentlichungen warten.
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Ablauf Spielerwechsel (mehr ...)

Beschreibung des neuen Wechselvorgangs:

* Will eine Mannschaft einen Wechsel durchführen, kann der Trainer dies beantragen. Er muss es aber nicht tun und kann auch einfach den/die Wechselspieler in die Wechselzone schicken.
* Wenn ein Trainer einen Wechsel beantragt, reagieren weder Schreiber noch 2. Schiedsrichter darauf. Erst das Betreten der Wechselzone durch den/die Wechselspieler (gegebenenfalls mit Nummerntafel) stellt den eigentlichen Antrag dar und ruft eine Reaktion hervor: Der 2. Schiedsrichter pfeift und bestätigt damit den Antrag.
* Der weitere Ablauf ist wie bisher, mit dem Unterschied, dass der 2. Schiedsrichter sich nicht mehr zum Schnittpunkt von Seiten- und Angriffslinie begibt, sondern eine Position zwischen Pfosten und dem Schreiber bezieht: Er hat Blickkontakt zum Schreiber, der eine Hand hebt, und genehmigt den Wechsel. Der Schreiber vervollständigt seine Eintragungen im Spielberichtsbogen und hebt dann beide Hände.

Zu beachten:

* Es gibt nach wie vor Situationen, in denen ein Wechselantrag zurückzuweisen (und als Verzögerung zu behandeln) ist, z.B.: der Wechselspieler hat eine falsche Nummerntafel oder ist nicht spielbereit.
* In speziellen Fällen wie z.B. einer Verletzung sollen die Schiedsrichter selbstverständlich auf den Antrag des Trainers reagieren.
* In keinem Fall nimmt der Schreiber einen Wechselantrag entgegen.
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Eindringen unterhalb des Netzes (mehr ...)
Das Berühren des gegnerischen Feldes mit jedem Körperteil oberhalb der Füße ist erlaubt, sofern dadurch das Spiel des Gegners nicht beeinflusst wird.

DAS IST NEU !! Bisher war die Berührung des Feldes mit einem anderen Körperteil als den Händen oder den Füssen (mit der bekannten Einschränkung der Berührung der bzw. Projektion auf die Mittellinie) verboten. Die genannte Einschränkung auf die Berührung der/Projektion auf die Mittellinie wird nur noch für die Füsse angewendet. Die Hände fallen aus dieser Einschränkung heraus.

Viel Spaß Razz[/url]
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